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Die nächsten Termine

03.09.2017 bis 30.09 2017

Ertragen können wir sie nicht

Eine Ausstellung über Martin Luther und die Juden

Friedenskirche / Gemeindehaus Dellwig ¦ Veranstalter: Evangelische Kirchengemeinde Dellwig-Frintrop-Gerschede

Zur Feier der Reformation gehört unverzichtbar auch eine offene Auseinandersetzung mit Luthers Judenfeindschaft. Die Ausstellung wird im Gottesdienst am Sonntag, 3. September 2017, um 10 Uhr in der Friedenskirche eröffnet.

Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther 95 Thesen gegen den Missbrauch des Ablasses. Diese Tat löste eine weltweite Bewegung aus, welche die Menschen nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa und Amerika nachhaltig beeinflusste und weltweit Spuren hinterließ.

Martin Luther war jedoch nicht nur ein genialer theologischer Denker, Liederdichter und mutiger Reformator der Kirche, sondern auch ein vehement antijüdischer Kirchenmann. Zwar wechselte die Tonlage seiner Auseinandersetzung mit dem Judentum im Laufe seines Lebens, doch Luthers Grundhaltung blieb Zeit seines Lebens dieselbe: Er hielt den jüdischen Glauben für verblendet und die Juden – nach dem Teufel – für die größten Feinde des Christentums.

In seiner übelsten antijüdischen Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ rief der Reformator sogar ausdrücklich dazu auf, Synagogen und Häuser der Juden zu zerstören, ihre Gebet- und Talmudbücher zu verbrennen, die Juden zu entrechten und als letzte Möglichkeit, sie zu vertreiben.

Wie kann Luthers Judenfeindschaft verstanden werden? Was ist ihr Kontext? Kann man sie als Entgleisung bewerten, war sie schlicht zeitbedingt oder weist sie auch auf Grundprobleme der reformatorischen Theologie hin? Zur Feier der Reformation gehört jedenfalls unverzichtbar eine offene Auseinandersetzung mit Luthers Judenfeindschaft.

Hierzu will die Ausstellung „’Ertragen können wir sie nicht’ - Martin Luther und die Juden“ anregen, die im Referat für Christlich-Jüdischen Dialog der Ev.-Luth. Nordkirche konzipiert wurde. Auf 17 Tafeln plus Titeltafel informiert sie über Grunddaten der Biographie Martin Luthers, gibt einen Überblick über Luthers Äußerungen zu „den Juden“ und ordnet sein Verhältnis zum Judentum in die Theologiegeschichte ein und. Ausführlich stellt sie Geschichte und Status des Judentums in Deutschland bis in die Reformationszeit dar.

Die einzelnen Ausstellungstafeln

01 Martin Luther, der Reformator
02 Wer war Martin Luther?
03 Deutschland zur Zeit Martin Luthers
04 Bauernkriege und lutherisches Bekenntnis
05 Martin Luthers Kirchenlieder
06 „Kehrseite(n)“ des Reformators
07 Luther empfiehlt Gewalt gegen Juden
08 „Judenschriften“ Luthers 1513 – 1526
09 „Judenschriften“ Luthers 1537 – 1543
10 Antijüdische Polemik bei den Kirchenvätern
11 Blütezeit des Judentums im Mittelalter
12 Kreuzzüge und Kammerknechtschaft
13 Antijüdische Legenden
14 Vertreibungen der Juden (15./16. Jh.)
15 Josel von Rosheim (1476 – 1554)
16 Sola Scriptura – Solus Christus – Fragen an die Rechtfertigungslehre
17 Luther und die Juden – und wir?
18 Tafel mit dem Titel der Ausstellung

Konzeption, Herstellung und Copyright

Zentrum für Mission und Ökumene – Nordkirche weltweit (ZMÖ)
Inhalt: Pastorin Hanna Lehming, Referat für Christlich-Jüdischen Dialog
Grafische Gestaltung: Christiane Wenn, ZMÖ
Besichtigungsmöglichkeiten

Die Ausstellung kann vom 3. bis 30. September 2017 in der Friedenskirche in Essen-Dellwig, Schilfstraße 8, besichtigt werden. Weitere Termine an anderen Wochentagen, insbesondere für Gruppen, sind nach vorheriger Absprache mit Pfarrerin Anke Augustin, Telefon 0173 2978143, möglich.

Falls eine Gemeindegruppe die Ausstellung besuchen möchte und im Anschluss einen kleineren Gruppenraum (bis zu 30 Personen) für Gespräche benötigt, kann dieser ebenfalls nach vorheriger Absprache zur Verfügung gestellt werden. Auf Wunsch kann die Bereitstellung von Kaffee und Kuchen organisiert werden.

Eröffnung

Die Ausstellung wird im Gottesdienst am Sonntag, 3. September 2017, um 10 Uhr in der Friedenskirche eröffnet. Die Predigt hält Pfarrer em. Dr Norbert Ittmann aus Hamminkeln.

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